Verantwortungsvolles Spielen – Spielsucht verhindern

Glücksspiele sind faszinierend und üben auf die meisten Menschen einen unglaublichen Reiz aus. Gerade Online Casinos ermöglichen jedem einen schnellen und einfachen Zugang zu den Casino-Spielen und das rund um die Uhr. Das gibt Spielbegeisterten die Möglichkeit auf große Gewinne oder das Knacken des Jackpots – und das sogar gemütlich mit einer Tüte Chips und im Jogginganzug von zu Hause aus. Was für die einen ein Hobby ist und viel Spaß bedeutet, kann andere in den finanziellen sowie emotionalen Abgrund treiben. Eine Spielsucht lässt sich umgehen, wenn der Spieler sich dieses Risikos bewusst ist.

Verantwortungsvolles Spielen ist bei Glücksspielen daher unbedingt notwendig. Online Casinos und viele Spielhallen stellen Maßnahmen zur Suchtprävention bereit. Doch zumeist erkennt der Spielsüchtige seine Sucht nicht oder gibt sie nicht zu. Es gibt verschiedene Gründe, warum einige Spieler der Glücksspielsucht verfallen, während andere den Spielspaß ungetrübt genießen. Wichtig ist, eine potenzielle Spielsucht oder eine dahingehende Neigung zu erkennen und schützende Maßnahmen einzuleiten.

So hat das Glücksspiel für jeden Vor- und Nachteile:

  • Vorteile

  • Glücksspiele machen Spaß und sind unterhaltend
  • Beim Glücksspiel gibt es Nervenkitzel und Spannung
  • Es besteht eine Möglichkeit auf große Gewinne und Jackpots
  • Nachteile

  • Bei einer Spielsucht droht der Verlust der gesamten Existenz

Was ist eine Spielsucht?

Als Spielsucht bezeichnet die Psychologie pathologisches Spielen, also Spielen unter krankhaften Zwang. In erster Linie besteht diese Abhängigkeit zu Spielen mit einer Gewinnchance. Die Glücksspielsucht betrifft Menschen beim Spielen im Online Casino ebenso wie am Spielautomaten im Lokal um die Ecke. Es macht nicht einmal einen Unterschied, ob es sich um einen Sportwettenanbieter im Internet oder die Wette auf der Pferderennbahn handelt. Selbst Bingo, Rubbellose und Lotto können der Mittelpunkt der Leidenschaft des Spielsüchtigen sein. Eine weitere Form der Glücksspielsucht bezieht sich auf Internet Games, die den Spieler in eine virtuelle Welt eintauchen lassen, in der er das Hier und Jetzt vollkommen vergisst. Die Art der Spielsucht lässt sich in vier Spielertypen unterscheiden.

 🚩  Problematische Spieler

Dieser Spielertyp leidet bereits bei jedem Verlust bis zur Depression oder bekommt eine Angststörung. Der Problemspieler lebt zugleich vom Glücksgefühl beim Gewinnen. Sein Selbstwertgefühl ist inzwischen abhängig vom Spiel. Es steht und fällt mit dem Ergebnis des Glücksspiels. Dadurch entsteht ein Druck auf den problematischen Spieler, der ihn gereizt und nervös macht. Er belügt sein persönliches Umfeld aus Schuldgefühl und Scham. Er vernachlässigt Familie und Arbeit, um spielen zu können. Häufig befindet sich der problematische Spieler auf der Vorstufe zum pathologischen Spieler.

 🚩  Zwanghafte Spieler

Wenn Spieler alles riskieren und einfach spielen müssen, liegt eine pathologische Spielsucht vor. Wetten oder Einsätze sind höher, als der Spielsüchtige sie sich leisten kann. Er weiß dies auch und setzt trotzdem alles zwanghaft auf eine Karte, immer hoffend auf den großen Gewinn. Jede Selbstkontrolle ist verloren und die Glücksspielsucht ist in diesem Fall bereits pathologisch. Als zwanghafter Spieler ist professionelle Hilfe von außen fast immer unumgänglich.

 🚩  Süchtige Periodenspieler

Dieser Spielertyp spielt in Perioden und hört zwischendrin wieder ganz auf. Die Zeit der Abstinenz kann Tage, Wochen oder sogar Monate anhalten. Dennoch unterliegt der Periodenspieler ebenfalls dem zwanghaften Spieldrang. Fängt er an zu spielen, weist er die gleichen Merkmale auf, wie der pathologische Spieler. Er hat dann wieder längere Phasen der Abstinenz, was das Erkennen der Spielsucht zumeist erschwert.

 🚩  Alkoholabhängige Spieler

Wenn die Glücksspielsucht nicht alleine auftritt, sondern zusammen mit Alkoholismus und/oder Drogenkonsum, öffnet das in der Regel dem finanziellen Ruin Tür und Tor. Nicht selten haben diese spielsüchtigen Menschen schizotype Eigenschaften beziehungsweise Störungen der Persönlichkeit. Das bedeutet, sie leben gerne isoliert und möglichst ohne soziale Kontakte. Wenn sie eine Familie haben, finden sie keinen emotionalen Halt darin. Sie fühlen sich eher unwohl und sind gleichgültig anderen gegenüber. Der Alkohol verringert die Hemmungen und lässt Spieler unkontrolliert ihre Einsätze tätigen. Gleichzeitig sind beide Suchtformen, Alkohol- wie Spielsucht, ein Versuch, einen Ersatz für ein glückliches Leben oder Glücksgefühle zu schaffen. Andere wiederum trinken und spielen, um ihrem für sie unerträglichen Alltag zu entfliehen.

Symptome der Spielsucht

Am Beginn einer Spielsucht fängt der Spieler an, sich zu verändern. Je nach Spielertyp und Suchtart äußern sich die Symptome für eine Glücksspielsucht auf unterschiedliche Art und Weise. Allen gemeinsam ist es jedoch, dass der Spieler selbst Schwierigkeiten hat, seine Spielsucht zuzugeben. Daher sind es häufig die Angehörigen, die die Glücksspielsucht zuerst erkennen und Maßnahmen dagegen einleiten sollten. Typische Symptome der Spielsucht sind:

Symptome der Spielsucht
Das Spiel als Lebensmittelpunkt: Der Spieler denkt laufend an neue Strategien, die erneute Geldbeschaffung und den nächsten Gewinn.
Abgrenzung: Das soziale Umfeld verliert ebenso an Bedeutung wie der Arbeitsplatz. Der Spieler zieht sich Stück für Stück immer weiter zurück.
Die Einsätze steigen stetig: Um den berauschenden Kick und die Glücksgefühle zu bekommen, erhöht sich der Geldeinsatz ebenso wie der Zeitaufwand laufend.
Unkontrolliertes Spielen: Die Selbstkontrolle funktioniert nicht mehr. Versuche aufzuhören oder das Spielen einzuschränken, scheitern.
Verluste ausgleichen: Der Spielsüchtige spielt immer wieder aufs Neue, um bereits entstandene Verluste auszugleichen.
Spielen gegen schlechte Emotionen: Verzweiflung ist ein Antrieb zum Spielen ebenso wie Ängste, Schuldgefühle, Depressionen oder Hilflosigkeit.
Unruhe und Gereiztheit: Der Spielsüchtige ist nervös oder gereizt, wenn er gerade nicht spielen kann
Heimlichkeiten: Spielsüchtige versuchen ihre hohen Verluste ebenso wie die Sucht vor ihrem Umfeld zu verbergen.
Hoher Geldbedarf: Um weiterspielen zu können, benötigt der Spieler immer mehr Geld. Er leiht sich Geld bei Familie, Freunden, Arbeitskollegen und Banken unter fadenscheinigen Gründen.
Kriminelle Handlungen: Wenn kein Geld mehr zu leihen ist, versuchen Spielsüchtige weiteres Geld sogar auf illegalen Wegen zu erhalten.

Bitte beachte unseren Haftungsausschluss: Die Auflistung dieser Symptome dient nur der ersten, allgemeinen Information. Sie ist weder vollständig noch auf jeden Spielsüchtigen zutreffend. Wenn du das Gefühl hast, dass die Gefahr einer Spielsucht bei dir oder einem deiner Angehörigen besteht, setze dich mit einer Suchtberatung oder einem professionellen Therapeuten in Verbindung. Einige der Symptome können auch Anzeichen für eine andere psychische Erkrankung sein. Eine genaue Diagnose kann nur ein ausgebildeter Arzt nach eingehender Untersuchung erstellen.

Was löst eine Glücksspielsucht aus?

Viele spielen die unterschiedlichsten Glücksspiele, ohne auch nur der Gefahr einer Spielsucht ausgesetzt zu sein. Bei anderen benötigt es nur wenig, um ein Suchtverhalten auszulösen. Worin liegt der Unterschied bei den Spielsüchtigen? Was genau löst die Glücksspielsucht aus? Die Ursachen variieren von Fall zu Fall und können sozial, psychologisch oder biologisch bedingt sein. Häufig treten mehrere Faktoren oder Einflüsse bei Spielsüchtigen gemeinsam auf.

 🚩 Biologische Faktoren

Glückshormone und Adrenalin sind zwei Gefühlsauslöser, die sich beim Glücksspiel im Körper aktivieren. Ein hoher Einsatz beispielsweise sorgt für einen Adrenalinschub, der manchen Leuten einen regelrechten Kick gibt. Menschen, die das Risiko lieben, empfinden das Adrenalin als positiv. Der eine sucht diesen Nervenkitzel im Extremsport, der andere im Glücksspiel. Ein weiterer biologischer Faktor ist der körpereigene Botenstoff Dopamin. Bei einem Gewinn erhöht sich der Dopaminspiegel, was wir als Glücksgefühl empfinden.

Dopamin ist wie eine Belohnung des Körpers für ein bestimmtes Verhalten. Das Belohnungssystem deines Gehirns lernt und widmet seine Aufmerksamkeit gezielt den Dingen, die dich glücklich machen. So kann eine gedankliche Konzentration bis zur zwanghaften Abhängigkeit von einem Spiel entstehen.

 🚩 Psychologische Aspekte

Die Glücksspielsucht ist eine Verhaltenssucht. Wie bei der Kaufsucht ist auch bei der pathologischen Spielsucht impulsives Verhalten ein großer Risikofaktor. Psychisch instabile Personen verfallen leichter in eine Abhängigkeit, als kontrolliert und rational denkende Menschen. Therapeuten stellen immer wieder einen Zusammenhang zwischen einem traumatischen Erlebnis in der Kindheit oder der allgemeinen Vergangenheit und der Abhängigkeit vom Glücksspiel fest. Als Opfer eines Gewaltverbrechens oder von gravierendem, psychischen Druck entsteht oftmals ein Trauma, genauso wie in Familien mit Sucht- oder Gewaltproblemen.

 🚩 Sozialer Einfluss

Das soziale Umfeld kann ebenfalls dazu beitragen, eine Spielsucht auszulösen. So sind Jugendliche aus einer Familie mit beispielsweise spielsüchtigen Eltern tendenziell gefährdeter. Das kann auf die sozialen Einflüsse ebenso wie auf eine genetische Veranlagung zurückzuführen sein. Eine finanzielle Notlage kann einen Menschen in die Versuchung bringen, diese durch einen großen Gewinn auf einen Schlag zu beseitigen. In der Regel funktioniert dies aber nicht, sondern verschlechtert die finanzielle Situation.

So gerät der Spielende in eine Abwärtsspirale, die zur Glücksspielsucht führen kann. Manch ein Spieler versucht etwas Negatives in seinem Leben mithilfe des Glücksspiels zu kompensieren. Das kann ein Todesfall in der Familie, eine Scheidung, eine schwierige Familiensituation oder Mobbing am Arbeitsplatz sein. Der Nervenkitzel und das Glücksgefühl bei einem Gewinn lassen den Alltag und damit die Lebenskrise schnell vergessen.

 🚩 Komorbidität

Wer unter Spielsucht leidet, hat nicht selten ein weiteres Suchtproblem. Als Komorbidität bezeichnet die Psychologie eine Begleiterkrankung wie eine Alkohol- oder Drogensucht. Dabei ist es oft nicht eindeutig festzustellen, welche der Suchterkrankungen zuerst auftrat. So entsteht eine Glücksspielsucht unter Alkohol leichter, da der Spieler seine Hemmungen verliert. Im Umkehrschluss kann auch eine Spielsucht mit großen Verlusten eine Alkoholabhängigkeit verursachen. Genauso verhält es sich mit einer Komorbidität in Form von Angststörungen, Depressionen oder Panikattacken. Von diesen lenkt sich der Erkrankte mithilfe des Glücksspiels ab und entflieht so seiner Realität.

Negative Effekte des Glücksspiels

Gerade zwanghafte Spieler erfahren die negativen Effekte des Glücksspiels sehr deutlich. Denn die Sucht nach dem Glücksspiel verursacht starke Probleme für den Spielsüchtigen genauso wie für sein Umfeld.

Familie und Freundeskreis:

Während das Glücksspiel im Vordergrund des Denkens und Handelns des Spielsüchtigen steht, vernachlässigt er sein Umfeld. Lebt der Spieler zusammen mit seiner Familie, so zieht er sich merklich zurück. Häufig ist er reizbar und launisch, in einigen Fällen sogar gewalttätig, wenn er gerade nicht spielen kann oder darf. Für Freunde findet der Suchterkrankte immer weniger Zeit. Zumeist hat er auch kein Interesse, soziale Kontakte zu pflegen.

Beruf und Arbeitsplatz:

Wenn sich die Gedanken nur noch um das Glücksspiel drehen, lässt die Arbeitsqualität sicherlich nach. Mangelnde Konzentration führt zu Fehlern, die je nach Beruf schwerwiegend sein können. Hinzu kommen Fehlzeiten aufgrund des psychischen und körperlichen Stresses. Das soziale Desinteresse überträgt sich auch auf den Arbeitsplatz mitsamt Chef, Kollegen und gegebenenfalls Kunden. Da problematische Spieler ihre Situation verbergen möchten, isolieren sie sich. Oft sieht der Arbeitgeber letztendlich nur eine deutlich schlechtere Arbeitsleistung, ohne den Grund dafür zu kennen.

Finanzielle Situation:

Wer zwanghaft spielt, verliert zumeist viel Geld. Der von der Spielsucht Betroffene versucht seine durch das Glücksspiel entstandenen Geldsorgen mithilfe des Glücksspiels zu beseitigen. Daraus entsteht eine Abwärtsspirale, aus der ein Spieler nur selten allein wieder herausfindet. So leiht er sich Geld, wo immer er es bekommen kann. Das führt zu einer weiteren Verschuldung, denn auch dieses Geld verspielt er wieder. Häufig reizt der pathologische Spieler seine Kreditlinien ebenso aus. Im schlimmsten Falle bedient er sich krimineller Machenschaften, um an weiteres Geld zu kommen.

Psychische und körperliche Gesundheit:

Der Abhängige befindet sich in einer Situation des ständigen Drucks. Zum einen lockt ihn das Glücksspiel, das seine gesamte Aufmerksamkeit auf sich zieht. Zum anderen ist ein permanentes Geldbeschaffungsproblem vorhanden. Finanzielle Sorgen wirken sich schon auf Menschen ohne Spielsucht körperlich und psychisch belastend aus. Beim zwanghaften Spieler kommt erschwerend hinzu, dass er sich sozial isoliert. Dadurch steht ihm kein Gesprächspartner für seine Sorgen und Nöte zur Verfügung. Schuldgefühle über die hohen Geldverluste und die Geheimniskrämerei gegenüber anderen führen daher schnell zu psychischen Erkrankungen, die sich häufig auch körperlich bemerkbar machen.

Ist Spielsucht ein häufiges Problem?

Generell ist die Spielsucht nicht so häufig, wie eine Sucht nach Alkohol, Drogen oder Medikamenten. Dennoch nahmen die Zahlen im Laufe der Jahre im Bereich der Glücksspielsucht deutlich zu, vermutlich mit dem zunehmenden Angebot der Online Casinos und Sportwettenanbieter im Internet. Bei allen Statistiken wurde die Dunkelziffer an Spielsüchtigen durch Hochrechnung oder Umfrage berücksichtigt. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. veröffentlichte in ihrem „Jahrbuch Sucht 2020“ die Anzahl der Glücksspielsüchtigen ebenso wie die der anderen Suchtarten. Gemäß repräsentativer Umfragen ergaben sich folgende Zahlen:

Glücksspielsucht 2019

  • Zahlen ermittelt durch: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, BZgA
  • Zielgruppe der Befragung: 16- bis 70-jährige Deutsche
  • Problematische Spieler: 229.000 Personen, das entspricht 0,39 % der Bevölkerung
  • Pathologische Spieler: 200.000 Personen, das entspricht 0,34 % der Bevölkerun

Glücksspielsucht 2006

  • Zahlen ermittelt durch: Universität Hohenheim, Forschungsstelle Glücksspiel
  • Zielgruppe der Befragung: 18- bis 65-jährige Deutsche
  • Pathologische Spieler in Einrichtungen gemeldet: 4.362 Personen
  • Geschätzte Spielsüchtige ohne Behandlung: 87.240 bis 145.400 Personen
  • Geschätzte Dunkelziffer nicht gemeldeter Spielsüchtiger: 0,17 bis 0,28 % der Bevölkerung

Medikamentensucht

  • Zahlen ermittelt durch: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.
  • Zielgruppe der Befragung: 18- bis 64-jährige Deutsche
  • Medikamentenmissbrauch: geschätzt 1.600.000 bis 3.900.000 Personen
  • Medikamentenabhängig: geschätzt 1.500.000 bis 1.900.000 Personen

Alkoholsucht 2018

  • Zahlen ermittelt durch: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.
  • Zielgruppe der Befragung: 18- bis 64-jährige Deutsche
  • Alkoholbezogene Störung: 3.000.000 Personen
  • Alkoholmissbrauch: 1.400.000 Personen
  • Alkoholabhängig: 1.600.000 Personen

Drogensucht 2018

  • Zahlen ermittelt durch: Epidemiologische Suchtsurveys
  • Zielgruppe der Befragung: 18- bis 64-jährige Deutsche
  • Cannabis-Abhängigkeit: 309.000 Personen
  • Amphetamin-Abhängigkeit: 103.000 Personen
  • Kokain-Abhängigkeit: 41.000 Personen
  • In Substitutionstherapie: 79.400 Personen

Wie kannst du eine Spielsucht besiegen?

Wenn der pathologische Spieler seine Spielsucht erkannt hat und sie sich eingesteht, ist er auf dem besten Weg zur Besserung. Dies sind die ersten Schritte, mit denen du deine Spielsucht besiegen kannst:

🚩 Verantwortungsvoll Spielen:

Schätzt du dich selbst als problematischen Spieler ein oder möchtest verhindern, einer zu werden? Dann spiele mit Verantwortung. Die Online Casinos geben dir die Möglichkeit dazu. Reguliere dein Spielverhalten, indem du dir Limits bezüglich der investierten Zeit, des gesamten Budgets und des maximalen Einsatzes pro Spiel festlegst. Spiele nur mit deinem eigenen Geld, das du frei zur Verfügung hast. Vernachlässige weder Familie, Freundeskreis noch Job und nutze die meiste Freizeit für andere Aktivitäten.

🚩 Selbst begrenzen oder ausschließen:

Solltest du dein Spiel nicht mehr kontrollieren können und die Regeln des verantwortungsvollen Spielens öfter brechen, dann sperre dich selbst. Schließe deine Konten in Online Casinos oder lasse sie sperren, sofern du dir selbst misstraust. Im stationären Casino gibst du deinen Selbstausschluss beziehungsweise deine Selbstsperre bekannt. Bei allen staatlichen Spielbanken bist du dann automatisch bundesweit gesperrt, selbst wenn du dich nur in einem Casino meldest. Schwieriger ist es dagegen in Spielhallen und Gaststätten, da nicht in jedem Bundesland für die Betreiber eine Verpflichtung besteht, die Sperre zu überwachen. Hier hilft es im Notfall nur, diesen Etablissements fernzubleiben.

🚩 Hilfe suchen:

Der sicherste Weg deine Spielsucht zu besiegen, ist es, dir externe Hilfe zu holen. Lasse dich bei einer Suchtberatung über deine Möglichkeiten informieren. Du kannst zusätzlich in eine Selbsthilfegruppe gehen. Eine Psychotherapie ist ebenso empfehlenswert, wie eine stationäre Behandlung in schweren Fällen.

Wie hilfst du jemandem dabei, mit der Spielsucht umzugehen?

Zumeist begreifen die Angehörigen eine vorliegende Spielsucht eher, als der Problemspieler selbst. Gutes Zureden oder wütende Vorwürfe sind genauso sinnlos wie Moralpredigten. Wenn du den Verdacht auf eine mögliche Glücksspielsucht hast, versuche ruhig und interessiert in ein Gespräch mit dem potenziell Süchtigen zu kommen. Frage ihn vorsichtig nach seinen Gründen für das häufige Spielen oder das Fehlen des Geldes. Gehe auf ihn ein und zeige Empathie. Versuche zu ergründen, warum derjenige spielt und in welcher Abhängigkeit er sich tatsächlich befindet. Frage ihn nach seinen Emotionen und Gefühlen beim Spiel.

Wichtig sind auch seine Empfindungen in den Zeiten ohne Spiel. Mit diesen Informationen kannst du eine Beratungsstelle für Spielsucht kontaktieren. Die erfahrenen Berater sind mit diesen Angaben oftmals bereits in der Lage, notwendige Behandlungsmethoden einschätzen und darstellen zu können. Das sollten deine ersten Maßnahmen sein, um nützliche Informationen zum Status der Glücksspielsucht zu erhalten:

  • Das Gespräch mit dem Spielsüchtigen suchen
  • Mit Ruhe und Verständnis kommunizieren
  • Die Beweggründe für das zwanghafte Spielen herausfinden
  • Die emotionale Lage während und abseits des Spiels ermitteln
  • Empathie für den Betroffenen zeigen
  • Die Höhe der Verschuldung erfragen oder anders herausfinden

Zugleich kannst du dem von der Spielsucht Betroffenen deine Hilfe anbieten. Diese sollte allerdings nicht in finanzieller Form erfolgen. Du kannst bei einer Glücksspielsucht davon ausgehen, dass das Geld dann genauso im Glücksspiel landet. Solltest du beispielsweise Mietschulden oder Darlehensschulden übernehmen wollen, so tilge sie direkt beim Gläubiger. Denn nur so kannst du sicher sein, dass dein Geld auch für den vorgesehenen Zweck Verwendung findet. Übernimm in jedem Fall die Finanzen, sofern der Problemspieler ein Familienmitglied ist oder im gleichen Haushalt lebt. Versuche den Spielsüchtigen wieder in den Kreis der Familie oder Freunde einzugliedern.

Optimal sind einige gemeinsame Therapien oder Besuche der Selbsthilfegruppen für die Glücksspielsucht. So zeigst du deinem Partner, Kind oder Freund, dass du ihn unterstützt. Wichtig ist, dass du das Glücksspiel zum offenen Thema zwischen euch machst. Nur so kann sich der Problemspieler öffnen und einen festen Halt bei dir finden. Dabei solltest du jedoch in jedem Fall verhindern, dass der Spielsüchtige wieder spielen kann.

  • Unterstützung beim Weg aus der Sucht anbieten
  • Kein Geld an den Spieler aushändigen
  • Bei Existenzbedrohung wegen Miet- oder Darlehensrückstand direkt an den Gläubiger zahlen
  • Den Spielsüchtigen sozial miteinbeziehen
  • Die Finanzen übernehmen und kontrollieren
  • Gemeinsam zu Therapien oder Selbsthilfegruppen gehen
  • Offener Umgang mit dem Thema Glücksspiel und Sucht
  • Kein Zugang zum Glücksspiel ermöglichen

Wie lässt sich ein Selbstmord bei Spielsüchtigen verhindern?

Wachsen dem Spieler die Schulden und Probleme über den Kopf, sieht er manchmal nur noch einen Ausweg. Depressionen und tiefste Verzweiflung entstehen bei einigen von der Spielsucht Betroffenen aufgrund der sich ständig verschlechternden Situation. Kommt Hoffnungslosigkeit dazu, äußert der Süchtige die Suizidgefahr oftmals verbal. Wenn du befürchtest, dass der Spielsüchtige sich mit Selbstmordgedanken trägt, kontaktiere einen Psychotherapeuten oder die Telefonseelsorge.

Sie ist unter der Telefonnummer 0800/111 0 111 jederzeit erreichbar. Suche das Gespräch mit dem verzweifelten Menschen oder versuche ihn zum Arzt oder zumindest an das Telefon zu bringen. Nichts hilft besser als ein offenes Gespräch. Lasse einen akut Suizidgefährdeten nicht alleine. Hast du erst einen Verdacht für eine Suizidabsicht? Dann solltest du die Beratung eines außenstehenden Experten nutzen. Das sollte dir helfen, richtig mit der Situation umzugehen.

Alternativen zum Glücksspiel

Abhängig von den verschiedenen Ursachen für die Spielsucht gibt es interessante Alternativen zum Glücksspiel. Egal, ob du einen Adrenalinkick, eine Finanzspritze oder die Flucht aus deinem Alltag suchst: Du findest immer geeignete Beschäftigungen abseits des Glücksspiels.

🚩Die Geldbeschaffung:

Es gibt viele Arten, erfolgreich an Geld zu kommen. Auf das schnelle Geld im Online Casino, der Spielhalle oder Gaststätte zu hoffen, ist sicherlich eine der schlechtesten Methoden. In der Regel hättest du mit deiner Neuverschuldung, dem geliehenen Geld von Freunden und Verwandten und dem Kredit der Bank das Loch in der Haushaltskasse längst stopfen können. Auch ein Nebenjob kann manchmal Abhilfe schaffen. Sind deine Geldsorgen größerer Art, so stellt ein Schuldenberater eine sinnvolle Alternative dar. Die Scham davor ist unberechtigt, denn jeder Mensch kann einmal in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

🚩Für Adrenalinjunkies:

Du brauchst den Kick, den Adrenalinschub und den Nervenkitzel? Auch dafür gibt es sinnvolle Alternativen, die ebenso viel Spaß machen wie das Glücksspiel. Wie wäre es zum Beispiel mit Fallschirmspringen? Probiere einmal Wildwasser Rafting oder tauche mit Haien. Zumeist muss es gar nicht ganz so extrem sein. Bereits eine Tour mit dem Mountainbike, eine Trekkingtour durch die Berge oder klettern an einer Felswand bringen Adrenalinjunkies auf Touren. Sogar die nächste Kartbahn bringt deine Hormone in Wallung. Der positive Nebeneffekt ist, dass du einen Haufen Geld sparst und zugleich etwas für deine Gesundheit tust.

🚩Flucht aus der Realität:

Die meisten Versuche zur Flucht aus der Realität können zu einer Sucht führen. Die beste Alternative zum Glücksspiel, Alkohol- oder Drogenkonsum ist ganz klar eine Therapie. In dieser lernst du, dich deiner Realität zu stellen. Wenn du deine Probleme akzeptierst, findest du zu dir selbst. Das stärkt dein Selbstvertrauen und du beginnst erneut, dein Leben in die Hand zu nehmen. Eine Flucht aus der Realität benötigst du dann gar nicht mehr.

🚩Raus aus der Isolation:

Suche wieder Kontakt zu deiner Familie, deinem Partner oder deinen Freunden. Wenn du das Gefühl hast, diese alle nicht mehr zu haben, suche dir neue soziale Kontakte. Bist du eher der schüchterne Typ, dann melde dich in einem Kurs oder Sportverein an. Lerne eine Sprache, führe ein Hobby aus oder beginne im Fitnessclub mit deinem Training. In all diesen Fällen gehst du zwanglos unter Menschen. Mit der Zeit knüpfst du ganz automatisch Kontakte. So kommst du in den Genuss sozialer Aktivitäten und baust dir wieder einen Freundeskreis auf.

🚩Entspannung und Stressabbau:

Du kommst abends nach der Arbeit nach Hause und möchtest einfach abschalten, entspannen und den ganzen Stress vergessen? Alternativ bist du eher der Typ, der sich schnell langweilt und nicht weiß, was er machen soll. Wie wäre es mit einem guten Buch, Hörbuch oder Podcast? Das kann spannend, unterhaltend und zugleich entspannend sein. Musik hören oder ein Instrument zu spielen ist für viele Menschen eine Leidenschaft. Finde heraus, bei welcher Musik du entspannst oder erlerne ein Instrument. Klassische Musik oder ruhige Balladen sind ideal zum Entspannen, während Heavy Metal oder Hardrock den Stress abbauen können. Entdecke die Welt der Kunst und Kultur für dich neu. Meditation, Hypnose, ein Saunabesuch oder eine Massage wirken oftmals wahre Wunder.

Mythen & Fakten über die Spielsucht

Es gibt sie in allen Bereichen und natürlich auch über die Spielsucht. Mythen kreisen nahezu unsterblich durch das Internet oder von Mund zu Mund. Doch was ist ein Mythos und wie sind die Fakten?

Mythos 1: Nur wer jeden Tag spielt, ist ein problematischer Spieler. Alle anderen sind nicht spielsüchtig.

Facten: Es gibt Spielsüchtige, die tagelang oder sogar über Monate nicht spielen und trotzdem abhängig oder problematische Spieler sind. Sie verfallen immer wieder in eine Phase der Glücksspielsucht, aus der sie dann ebenso wenig heraus können wie zwanghafte Spieler, die jeden Tag spielen. Entscheidend sind die Gründe, warum jemand spielt. Wer sich täglich zur Entspannung ein Stündchen im Online Casino amüsiert und pünktlich aufhört beziehungsweise nicht über sein Limit setzt, muss nicht abhängig sein. Dagegen gelten als Faustregel bereits zwei Phasen pro Jahr mit exzessivem Spielverhalten als problematisch. Voraussetzung ist auch hier, dass sie beispielsweise aus Depressionen oder Realitätsflucht entstehen oder das Leben finanziell und sozial stark negativ beeinflussen.

Mythos 2: Wer vermögend ist, kann nicht spielsüchtig sein.

Facten: Als Verhaltenssucht geht es bei der Spielsucht nicht nur um das Geld. Sicher hat es derjenige leichter, der über ausreichend Geldmittel verfügt. Doch die anderen negativen Auswirkungen des Glücksspiels treffen auf vermögende Spieler ebenso zu. Denn auch bei Ihnen beeinflusst die Glücksspielsucht ihr gesamtes Verhalten. Sie ziehen sich immer weiter von ihren Mitmenschen zurück, was zu Beziehungsproblemen führen kann. Die Unkonzentriertheit am Arbeitsplatz entsteht durch Übermüdung und die ständig kreisenden Gedanken um das Glücksspiel. Schuldgefühle, psychische wie gesundheitliche Probleme und sogar die Selbstmordgefahr bestehen genauso, wenn genügend Geld vorhanden ist.

Mythos 3: Nur schwache Menschen werden spielsüchtig, das bedeutet, die die keinen eigenen Willen haben, denen das Verantwortungsgefühl oder eine ausreichende Intelligenz fehlt.

Facten: Für den Hang zur Spielsucht gibt es keinen festgelegten Intelligenzquotienten, der davor schützt. Manchmal ist es gerade die Willensstärke, die Spieler zu problematischen Spielern macht. Denn sie versuchen mit Ehrgeiz ihr Ziel zu erreichen. Fehlendes Verantwortungsgefühl ist spätestens dann kein Kriterium mehr, wenn zwanghafte Spieler sich aus Schuldgefühlen gegenüber der Familie das Leben nehmen. Es gibt zu viele Faktoren, die aus einem Spieler mit Spaß am Glücksspiel, einen problematischen oder zwanghaften Spieler machen können.

Mythos 4: Wenn andere die Schulden des Problemspielers ausgleichen, hört die Spielsucht auf.

Facten: Das kann völlig verkehrt sein. Glücksspielsucht ist eine psychische Erkrankung, aus der der Süchtige nicht herauszukaufen ist. Seine Schulden im Moment mögen getilgt sein. Das gibt ihm zugleich jedoch einen erneuten finanziellen Rahmen, um weiterzuspielen.

Mythos 5: Glücksspiele machen nur denjenigen süchtig, der bereits psychische Erkrankungen hat.

Facten: Nicht jeder psychisch Erkrankte verfällt automatisch dem Glücksspiel. Es gibt viele Menschen mit psychischen Erkrankungen, die problemlos ihren Spaß beim Spiel genießen können. Deswegen sind sie noch lange keine problematischen Spieler. Trotzdem haben einige der zwanghaften Spieler psychische Vorerkrankungen und gehören sicherlich zur Risikogruppe. Trotzdem haben viele problematische Spieler, zuvor nie eine psychische Erkrankung gehabt.

Beratungsstellen für Spieler

BZgA Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Die BZgA in Köln steht Spielsüchtigen und deren Angehörigen mit Rat und Hilfe zur Verfügung. Der Kontakt kann telefonisch unter der kostenlosen Rufnummer 0800/1372700 oder über die Webseite BZgA erfolgen – natürlich auch anonym.

Blaues Kreuz

Das Blaue Kreuz zeigt Betroffenen der Spielsucht die möglichen Wege aus der Sucht auf. In 16 Zentren und 400 Selbsthilfegruppen bietet das Blaue Kreuz eine flächendeckende Suchtberatung und Hilfestellung an. Sogar eine Fachklinik betreibt diese Suchthilfe. Weiter Informationen und die Telefonnummern der Beratungsstelle in deiner Nähe findest du auf Blaues Kreuz.

Anonyme Spieler (GA)

Die „Anonyme Spieler GA Interessengemeinschaft e.V.“ ist ein Verein von ehemaligen Spielsüchtigen für Spielsüchtige. Die jeweiligen Gruppen sind im Bundesgebiet verteilt und organisieren sich selbst. Eine Liste mit allen Kontaktinformationen der einzelnen Gruppen stellt die Webseite Anonyme Spieler (GA) zur Verfügung. Die Teilnahme und Mitgliedschaft sind kostenlos, der Verein finanziert sich durch freiwillige Spenden.

Spielsuchthilfe Österreich

In Österreich ist die Wiener Spielsuchthilfe als ambulante Beratungsstelle die erste Anlaufstelle für Probleme mit der Glücksspielsucht. Sie hilft kostenlos und anonym weiter. Das Angebot beginnt mit einer Orientierungsgruppe und reicht bis zur Behandlung in Form einer Psychotherapie. Auf der Webseite Spielsuchthilfe Österreich erfahren Angehörige und Spielsüchtige alles Wichtige. Wer lieber telefoniert, erreicht die Spielsuchthilfe unter der Telefonnummer +43 (01) 5441357.